Ida Andrae
Ida Andrae
Ida Andrae
Foto: Roland Baege, 2015
Ida Andrae
Foto: Roland Baege, 2015
Heimat, mit diesem Begriff beschreibt Ida Andrae ihre Beziehung zum Ruhrgebiet. 1985 in Bochum geboren, ist Dortmund seit fast 20 Jahren immer wieder der Dreh- und Angelpunkt ihres Lebens und auch Mittelpunkt ihres heutigen künstlerischen Schaffens. Letzteres ist geprägt durch ein Fotodesign-Studium an der FH Dortmund, das sie 2013 mit einer Diplomarbeit zum Thema Arbeitsspuren Kunst abschloss.
Das Motiv der Spur verfolgt Ida Andrae bis heute: Zehn Jahre, nachdem der letzte Stein im Steinbruch des rumänischen Borsec abgebaut wurde, geht sie in den Serien Ohne Titel und Skulpturen den dort zurückgebliebenen Spuren menschlicher Anwesenheit nach: Stühle, Tische, Hocker, Paletten zeugen vom ehemaligen lebendigen Treiben und geben etwas über die Geschichte des Ortes preis. Mit digitaler Spiegelreflexkamera und Stativ ausgestattet, schenkt sie den Nebendarstellern des Schauplatzes ihre Aufmerksamkeit: Regungen der Natur und Überbleibsel menschlicher Tätigkeit komponiert sie zu zeitlosen Stillleben.
Die Natur erobert sich ihr Vorrecht zurück, bricht durch das Gestein und belebt die reduzierte Farbigkeit der Szenerien. Die Natur selbst konkurriert hier mit dem Künstlichen, von Menschenhand Geschaffenen, das sich sowohl in den dargestellten Objekten als auch in den Handwerksspuren des Travertin-Abbaus entdecken lässt.
Andrae setzt nie den Menschen selbst ins Bild, nur dessen Fährten, die gedanklich verfolgt werden sollen. Für ihre Diplomarbeit reiste sie monatelang durch Deutschland und besuchte Künstlerateliers jeder Fasson. Berühmte und weniger bekannte Künstler geben Einblick in ihre Arbeitsweise, ohne selbst im Bild zu sein, noch im Titel benannt zu werden. Es sind Fotografien von mit Kreativität aufgeladenen Räumen, die den Betrachter dazu animieren, das Unsichtbare zu erforschen.
Ida Andrae schafft sinnliche Evokationen von Gegenständen, erzählt allein durch Spuren fesselnde Geschichten und verlebendigt eigentlich tote Materie. Es ist das Phänomen der anwesenden Abwesenheit, das sich in allen Bildern wiederfindet und den Betrachter stets neu zur Spurensuche animiert.
Text: Linda Schröer
Weitere Künstler*innen 2015
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